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Forschungspreis 2017 zeichnet Projekt über Lungenfibrose aus

Der diesjährige Johanna Dürmüller-Bol DBMR Forschungspreis des Department for BioMedical Research DBMR der Universität Bern geht an Manuela Funke-Chambour. Der mit CHF 30'000.– dotierte Forschungspreis wird am Tag der Klinischen Forschung, am Dienstag, 31. Oktober 2017, verliehen.

Der Johanna Dürmüller-Bol DBMR Forschungspreis dient der Nachwuchsförderung in der Klinischen Forschung der Medizinischen Fakultät der Universität Bern. Er wird am Tag der Klinischen Forschung, am Dienstag, 31. Oktober 2017 verliehen. «Die Förderung von jungen Forscherinnen und Forschern ist eines der Kernanliegen des DBMR und ich freue mich, mit dem Johanna Dürmüller-Bol DBMR Frschungspreis die wichtige und hervorragende Arbeit einer jungen Forscherin auszeichnen und fördern zu können», sagt DBMR-Direktor Mark Rubin über die Bedeutung des Preises.

Die diesjährige Gewinnerin heisst Dr. Manuela Funke-Chambour. Sie forscht als Oberärztin im Pneumologie-Labor für Grundlagenforschung am Inselspital Bern und am Department for BioMedical Research der Universität Bern. Manuela Funke-Chambour wird für ihre Forschung im Bereich der Lungenfibrose, einer tödlich verlaufenden Lungenkrankheit, ausgezeichnet. Die Preisträgerin sagt zur Auszeichnung: «Es freut mich sehr, dass ich mit Hilfe des Johanna Dürmüller-Bol DMBR Forschungspreises unsere Arbeit weiterbringen kann und hoffe, dass wir damit in Zukunft unseren Patientinnen und Patienten konkret helfen können.»

Suche nach Therapien für die unheilbare Lungenfibrose

Bei der sogenannten idiopathischen Lungenfibrose vernarbt die Lunge zunehmend. Dies führt zu Atemnot, stetigem Husten und schliesslich zum Versagen der Atmung. Als Ursachen werden Umwelteinflüsse wie Umweltverschmutzung, Tabakrauchen oder eine erbliche Veranlagung vermutet. Die Lebenserwartung der Betroffenen ist begrenzt und gleicht derjenigen bei einer schweren Tumorerkrankung. Obwohl neue Medikamente den Verlauf verzögern, ist diese schwere Krankheit weiterhin unheilbar.

Manuela Funke-Chambour befasst sich mit der Krankheitsentstehung der Lungenfibrose. Neue Erkenntnisse zeigen, dass bei Lungenfibrosepatientinnen und -patienten die Wundheilung des Lungengewebes gestört ist. Medikamente für eine bessere Wundheilung könnten daher auch bei der Lungenfibrose helfen. Funke-Chambour untersucht die genauen Effekte dieser Medikamente auf die Lungenfibroseentstehung. Um die personalisierte Medizin für Betroffene mit erblicher Veranlagung voranzutreiben, testet sie die Medikamente auch im Hinblick auf ihre Wirkung bei bestimmten genetischen Mutationen, die mit der Lungenfibrose assoziiert sind. Des Weiteren wird Funke-Chambour, in Zusammenarbeit mit der Metabolomics Facility des Universitätsinstituts für Klinische Chemie am Inselspital, nach neuen Biomarkern im Blut bei Patientinnen und Patienten mit Lungenfibrose suchen, mit denen die Prozesse einer gestörten Wundheilung sichtbar gemacht werden können. Mit solchen Biomarkern lässt sich die Wirkung von möglichen neuen Therapieansätzen beurteilen.

Lebenslauf von Manuela Funke-Chambour

Manuela Funke-Chambour wurde in Bonn (Deutschland) geboren und hat die schweizerische Staatsangehörigkeit. Sie studierte Medizin an der Rheinischen Friedrich Wilhelms Universität Bonn und der Universität Louis Pasteur in Strasbourg (Frankreich). Nach ihrem medizinischen Abschluss und ihrer Doktorwürde 2001 absolvierte sie ihre Ausbildung zur Internistin am CHUV in Lausanne. Anschliessend erlangte Funke-Chambour ihre pneumologische Facharztausbildung am Hôpital de Rolle und am Inselspital in Bern. Von 2007–2011 absolvierte sie eine vom SNF geförderte Postdoc Fellowship im pneumologischen Grundlagenlabor an der Hardvard Medical School/MGH in Boston (USA) bei Prof. Andrew Tager. Seit 2011 ist Manuela Funke-Chambour Oberärztin an der Universitätsklinik für Pneumologie am Inselspital Bern. Sie leitet die Spezialsprechstunde für interstitielle Lungenerkrankungen, klinische Studien im Bereich der Lungenfibrose sowie das pneumologische Grundlagenlabor am DBMR.

Fondation Johanna Dürmüller-Bol stiftet Forschungspreis

Der DBMR Forschungspreis wird von der Fondation Johanna Dürmüller-Bol gestiftet und dient der Nachwuchsförderung in der klinischen Forschung. Er richtet sich an jüngere Forscherinnen und Forscher mit dem Ziel der Weiterfinanzierung durch kompetitiv eingeworbene Drittmittel.

Präzisionsmedizin in Bern

Seit Mai 2017 ist Prof. Mark Rubin neuer Direktor des DBMR. Bei seinem Wechsel nach Bern hat er auch ein ganz neues Forschungsgebiet eingebracht: die Präzisionsmedizin. In seiner Keynote Lecture am Tag der Klinischen Forschung widmet er sich diesem personalisierten Ansatz in der modernen Medizin, welcher individuelle Merkmale wie genetische Prädisposition, Umweltfaktoren oder Lebensstil der Patientinnen und Patienten in die Behandlung miteinbezieht. Eine grosse Herausforderung dabei ist die Handhabung grosser Datensets, die neue Entdeckungen ermöglichen, welche zur Verbesserung der klinischen Betreuung in der Schweiz beitragen. Von Rubins Expertise auf diesem Gebiet profitiert das DBMR auch dank dem SPORE Grant, einem der wichtigsten nationalen Grants der USA, der an die Cornell University (NY) verliehen wurde und das beteiligte DBMR ebenfalls fördert. Zudem wird Mark Rubin auch den Aufbau eines «Center for Precision Medicine» am Standort Bern leiten. 

Am Tag der Klinischen Forschung wurden neben den Johanna Dürmüller-Bol DBMR Forschungspreis weitere Preise verliehen:

Beste Präklinische Arbeit

Martina Stilinovic

Department for BioMedical Research, University of Bern, Research Group Hematology (Adults) and Department of Hematology and Central Hematology Laboratory, Inselspital, Bern University Hospital, University of Bern

Titel: Ribonuclease Inhibitor (RNH1) is a ribosome-associated protein and regulates erythropoiesis by controlling GATA1-specific mRNA translation

Beste Klinische Arbeit

Sebastian Bellwald

Department of Neurology, ZEN, Inselspital, Bern University Hospital, University of Bern

Titel: Association of anemia and hemoglobin decrease during acute stroke treatment with subsequent infarct growth and clinical outcome

Beste Arbeit eines Med. Stud.

Manuel Keller

Institute of Pathology, University of Bern

Titel: Adverse prognostic value of PD-L1 expression in primary resected pulmonary squamous cell carcinomas and paired mediastinal lymph node metastases

Research Prize Alumni MedBern

Cornelia Schmid

Department of Pulmonary Medicine, Inselspital, Bern University Hospital, University of Bern

Titel: Serum metabolic profiling in patients with idiopathic pulmonary fibrosis – LPC as potential biomarker

31.10.2017