Medienmitteilungen, Infos für Medienschaffende und Medienecho Media Relations

Stärkung von Bern als führenden Medizinalstandort: 100 zusätzliche Studienplätze in der Humanmedizin

Der Regierungsrat des Kantons Bern und die Universität Bern haben beschlossen, die Zahl der Abschlüsse in der Humanmedizin zu erhöhen: Ab dem 1. August 2018 wird die Universität Bern pro Jahrgang 100 zusätzliche Studienplätze anbieten. Kanton und Universität Bern möchten dabei von der Initiative des Bundes profitieren. Der Ausbau macht die Medizinische Fakultät der Universität Bern zur grössten der Schweiz und stärkt den Medizinalstandort Bern. Um den nötigen Platz für die Studierenden zu schaffen, mietet der Kanton Räumlichkeiten im Renferhaus des ehemaligen Zieglerspitals in Bern.

Um dem Ärztemangel zu begegnen und die zunehmende Abhängigkeit vom Ausland zu verringern, hat der Bundesrat Anfang 2016 eine Anschubfinanzierung von 100 Millionen Franken über vier Jahre beschlossen. Ziel des Bundesprogrammes ist es, die Anzahl Abschlüsse in Medizin von gegenwärtig etwas über 1‘000 auf 1‘300 pro Jahr anzuheben.

Allein in den letzten zehn Jahren hat die Universität Bern die Zahl der Studienplätze in der Humanmedizin erheblich ausgebaut (von 125 Studienplätzen im Jahr 2007 auf 220 im Jahr 2014). Der Regierungsrat und die Universität Bern haben nun entschieden, deren Zahl per 1. August 2018 um weitere 100 Plätze auf 320 Plätze pro Jahr zu erhöhen. Mit dieser Erweiterung des Angebots leistet die Universität Bern den grössten Beitrag zu der in der Schweiz zusätzlich benötigten Kapazität. Der Kanton und die Universität Bern werden für die Erhöhung der Studienplätze in Humanmedizin einen Antrag auf Mitfinanzierung der Anfangsinvestitionen stellen, um vom Anstossprogramm des Bundes profitieren zu können. Universitätsleitung und Regierungsrat haben entschieden, diesen Ausbau so oder so, also unabhängig vom Programm des Bundes, auf Sommer 2018 vorzunehmen.

Weil das Medizinstudium sechs Jahre dauert, wird sich die Studierendenzahl an der Medizinischen Fakultät bis 2024 um 600 auf deutlich mehr als 2‘000 erhöhen. Damit wird sie nach Studierendenzahl zur grössten Medizinischen Fakultät der Schweiz. Die Partnerschaft mit der Insel Gruppe AG garantiert, dass in Zukunft eine noch grössere Zahl an Ärztinnen und Ärzten qualitativ hochstehend in Lehre, Forschung und Patientenbetreuung ausgebildet wird. Die Universität Bern wird auch die enge Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg in der Medizinausbildung weiter ausbauen.

Zusätzlich wird die Universität Bern das Pharmaziestudium wieder als ganzen Studiengang für rund 50 Studienanfängerinnen und -anfänger anbieten. Denn auch in diesem Bereich werden heute in der Schweiz zu wenige Nachwuchskräfte ausgebildet. Damit reiht sich die Ausbildung in Pharmazie nahtlos in die Initiativen zur Stärkung des biomedizinischen Forschungsstandorts Bern ein.

Ausbau der Studienplätze stärkt den Medizinalstandort Bern

Die wertschöpfungsintensive Medizinalbranche ist eines der grössten Entwicklungspotenziale für den Kanton Bern. Mit dem Zusammenschluss Inselspital / Spital Netz Bern AG zur Insel Gruppe AG, der Gründung der sitem Insel AG und dem Medizinalcluster hat der Kanton bereits in den letzten Jahren zahlreiche Anstrengungen unternommen, um den Medizinalstandort Bern zu stärken. Der Ausbau der Medizinerausbildung ist ein weiterer Mosaikstein in diesem Konzept – ein Schritt von grosser strategischer Bedeutung. Schliesslich will der Regierungsrat mit dem Ausbauschritt auch einer drohenden Verzettelung der Medizinausbildung in der Schweiz entgegenwirken. Der Regierungsrat ist überzeugt, dass die Ausbildungskapazität in unserem Land am effizientesten in den bestehenden Ausbildungsstätten erhöht werden kann.

Zusätzliche Kosten werden mit dem bestehenden Finanzierungsmodell gedeckt

Der zusätzliche Betriebsaufwand für die neu geschaffenen Studienplätze wird sich im Endausbau auf rund 20 Millionen Franken pro Jahr belaufen. Er kann vollumfänglich im Rahmen des bestehenden Finanzierungsmodells (Kantonsbeitrag,  Bundesbeiträge, interkantonale Beiträge) gedeckt werden. Zentral ist insbesondere die Interkantonale Universitätsvereinbarung. Durch diese leisten die Herkunftskantone der Studierenden einen substanziellen Beitrag an die Ausbildungskosten der Universität.

Räume im ehemaligen Zieglerspital stehen bereit

Für die neuen Studienplätze braucht es ausreichenden und geeigneten Raum. Heute werden die künftigen Ärztinnen und Ärzte auf dem Areal Uni Mitte, im Umkreis des Universitätsspitals auf dem Inselareal und in weiteren Liegenschaften in der Nähe des Inselgeländes unterrichtet. Ein Ausbau dieser Standorte ist kurzfristig nicht möglich. Deshalb hat das Amt für Grundstücke und Gebäude (AGG) der Bau-, Verkehrs und Energiedirektion frühzeitig mögliche Mietobjekte evaluiert. Zusammen mit der Stadt Bern als Eigentümerin ist es gelungen, das Renferhaus auf dem Areal des ehemaligen Zieglerspitals anzumieten. Das Gebäude hat als ehemaliges Spital eine Raumstruktur, die sich sehr gut für die Ausbildung von zukünftigen Ärztinnen und Ärzten eignet. Zudem kann es mit überschaubarem Aufwand an die Anforderungen des oft in Kleingruppen organisierten Unterrichts angepasst werden und ist rasch bezugsbereit. Der Mietvertrag für die Nutzung von drei Geschossen mit einer Fläche von 2400 m2 ist bereits unterzeichnet. Der Kredit für die Mietausgaben und die erforderlichen räumlichen Anpassungen wird dem Grossen Rat in der Märzsession 2017 vorgelegt.

Quelle: KomBE

01.07.2016