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Bümpliz ist älter als Bern: Eine Zeitreise über 2000 Jahre

Der Ortsname Bümpliz taucht in schriftlichen Quellen erstmals 1016 als Pinpenymgis auf. Bümpliz ist aber deutlich älter und geht zurück auf keltische, römische und burgundische Wurzeln. Der Generationenweg Bümpliz wird am 19. August 2016 eröffnet und vermittelt an verschiedenen Ausstellungsstationen die einzigartige Geschichte von Berns Westen.

Bern feiert am kommenden Wochenende das Stadtfest im Stadtteil VI, in Bümpliz-Bethlehem-Oberbottigen. Vor 1000 Jahren taucht die Bezeichnung «Pinpenymgis» erstmals in schriftlichen Quellen auf, um 1025 wird der Ort «Pinprinza» genannt, erst 1235 dann «Bimplitz». Doch die schriftlichen Quellen trügen, denn die frühesten archäologischen Belege für eine durchgehende Besiedlung von Bümpliz sind über 2200 Jahre alt. Ausgrabungen haben keltische Gräber und eine römische Villa zum Vorschein gebracht.

Die aktuellsten Forschungen an der Universität Bern und die reichhaltige Geschichte von Berns Westen werden nun in einer neuen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung befindet sich entlang eines Wegs, der vom Bienzgut zum Alterszentrum Domicil Baumgarten führt. Dies entspricht in etwa dem Areal der ehemaligen römischen Villa. Hier wandeln Jung und Alt den bisherigen 100 Menschengenerationen entlang, also 2000 Jahre zurück in die Vergangenheit. Die Ausstellung «Generationenweg Bümpliz» soll Menschen jeder kulturellen Herkunft die Geschichte und die Bedeutung von Bümpliz näherbringen. Hierzu werden mehrsprachige Führungen angeboten.

Spannende Zeitreise zu den Kelten, Römern, Burgundern und den Berner Patriziern

Eröffnet wird die Ausstellung am Stadtfest Bern, sie dauert bis Ende 2016. Ein Teil der Präsentation, so beispielsweise die Informationsstelen, sollen über das Jahr 2016 hinaus bestehen bleiben und damit die Siedlungsgeschichte von Bümpliz nachhaltig vermitteln.

Archäologische Funde aus verschiedenen Epochen zeugen davon, dass das Areal um die Kirche über Generationen hinweg ein begehrter Siedlungsplatz war. Anhand dieser Hinterlassenschaften – baulichen wie gegenständlichen – zeichnet die Ausstellung die Geschichte von Bümpliz nach. Einen besonderen Schwerpunkt bildet dabei die römische Villa. Ihre Baugeschichte reicht vom späten 1. bis ins frühe 3. Jahrhundert nach Christus. Neben der Anlage mit dem mehrphasigen Hauptgebäude mit grossem Innenhof und einem Badetrakt sind besonders die farbigen Mosaiken und Wandmalereien hervorzuheben, die auf eine luxuriöse Ausstattung hinweisen. Dieses einzigartige Fundensemble bietet einen spannenden Einblick in das provinzialrömische Kunsthandwerk. Ergänzt werden die Exponate durch Funde aus der Zeit der Burgunder und der Berner Patrizier.

Daten und Öffnungszeiten

Eröffnung am Freitag, 19. August 2016, 17 Uhr. Geöffnet bis Freitag, 16. Dezember 2016.
Aussenbereich zu jeder Tages- und Nachtzeit zugänglich; Innenbereich entsprechend den Öffnungszeiten der Bibliothek: Di–Fr, 14–18.30 Uhr; Sa, 10–16 Uhr

Rahmenprogramm

Führungen und Vorträge; Live-Konservierungsarbeiten der 2014 entdeckten Wandmalereien; mehrsprachige Führungen von Schülern und Schülerinnen aus dem Quartier (Deutsch, Französisch, Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Albanisch, Türkisch, Tamilisch, Bosnisch/Serbisch).

Angebote für Schulen

Unterrichtsdossiers, Archäologiekoffer, Anlässe für Studierende und Lehrpersonen, Lehrerkurse

Aktivitäten am Stadtfest vom 19. bis 21. August 2016

Skelette – lernen Sie die ersten BümplizerInnen kennen
Archäologie – verfolgen Sie den Weg der Funde von der Ausgrabung bis ins Depot
Wandmalereien – beobachten Sie deren konservatorische Reinigung vor Ort
Expertinnen und Experten geben zur Archäologie Auskunft

Organisation

Der Generationenweg wurde gemeinsam realisiert durch den Archäologischen Dienst des Kantons Bern und die Universität Bern, Institut für Archäologische Wissenschaften, Abteilung Archäologie der Römischen Provinzen.

Mit Unterstützung zahlreicher Partnerorganisationen: Stiftung B, Begegnungszentrum Bienzgut; Kornhausbibliotheken Bümpliz; Reformierte Kirchgemeinde, Bümpliz; Alterszentrum Domicil Baumgarten; Bernisches Historisches Museum; Universität Bern, Institut für Rechtsmedizin, Abteilung Anthropologie; Ortsarchiv Bümpliz; Captns & Partner, Grafik Web Fotografie; Schulkreise Bümpliz und Bethlehem, Stadt Bern; Stadtgrün, Stadt Bern

Finanzielle Unterstützung durch die Historisch-Antiquarische Kommission, den kantonalen Lotteriefonds sowie die Stiftung B, Begegnungszentrum Bienzgut

15.08.2016