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Experte für Spätantike erhält Karl-Christ-Preis für Alte Geschichte 2015

Mischa Meier, Professor für Alte Geschichte an der Universität Tübingen, ist diesjähriger Karl-Christ-Preisträger. Der mit 25’000 Euro dotierte Preis, der dem Marburger Althistoriker Karl Christ gewidmet ist, wird 2015 zum zweiten Mal verliehen. Im zweijährigen Turnus zeichnen die Universitäten Bern und Frankfurt am Main hiermit herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Alten Geschichte und damit verbundenen Disziplinen aus.

Der diesjährige Karl-Christ-Preisträger, Professor Dr. Mischa Meier, ist seit 2004 an der Universität Tübingen als Ordinarius für Alte Geschichte tätig. Meier hat ein breites, zugleich höchst innovatives wissenschaftliches Werk vorgelegt. Durch eine Vielzahl herausragender althistorischer Publikationen, die immer wissenschaftsgeschichtlich reflektiert sind, beeinflusst der 43-jährige nachhaltig die Diskussionen um das frühe Griechenland ebenso wie die zum späten Rom. Er wird sowohl im nationalen als auch im internationalen Kontext für seine Forschungen geschätzt, die stets neue Perspektiven eröffnen. Diese umfassen auch die historische Katastrophenforschung und die antike Historiographie. Mit seiner 2003 veröffentlichten Habilitationsschrift «Das andere Zeitalter Justinians. Kontingenzerfahrung und Kontingenzbewältigung im 6. Jahrhundert nach Christus» gelang es Meier, ein überzeugendes Bild des spätantiken Herrschers und seiner Epoche zu entwerfen. Seine zahlreichen Untersuchungen zur Rezeptionsgeschichte antiker Stoffe in Musik, Literatur und Film führen ein zentrales Anliegen Karl Christs weiter.

Seit 2012 verleihen die Goethe Universität in Frankfurt am Main und die Universität Bern im Abstand von zwei Jahren alternierend den Karl-Christ-Preis. Die diesjährige, zweite Verleihung erfolgt an der Universität Bern. Der Preis ist dem Andenken an den Marburger Althistoriker Karl Christ (1923-2008) gewidmet, der sich bleibende Verdienste um die Erforschung der römischen Geschichte und der Wissenschaftsgeschichte der Altertumswissenschaften erworben hat. Prämiert werden jeweils herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Alten Geschichte und ihrer Nachbardisziplinen sowie der Wissenschafts- und Rezeptionsgeschichte des Altertums. Vorschlagrecht für den mit 25’000 Euro dotierten Preis haben Mitglieder und Angehörige von Universitäten und Akademien sowie von Fachverbänden und wissenschaftlichen Vereinigungen.

 

Die Verleihung des Karl-Christ-Preises findet am 17. April 2015 um 16.00 Uhr im Kuppelraum des Hauptgebäudes der Universität Bern, Hochschulstrasse 4, 3012 Bern, statt. Der Preisträger spricht zum Thema «Der Völkerwanderung ins Auge blicken: Individuelle Handlungsspielräume im 5. Jahrhundert». Um Anmeldung wird gebeten.

10.04.2015