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Auf der Suche nach Leben in ausserirdischen Ozeanen

Grosse Ehre für Nicolas Thomas von der Universität Bern: Der Forscher wurde zum Mitglied des Kamerateams der NASA-Mission «Europa Clipper» ernannt. Mit ihrer Hilfe soll die Frage beantwortet werden, ob es in den Ozeanen des Jupiter-Mondes «Europa» Leben gibt.

Gibt es Leben im All? Antworten auf diese Frage erhofft sich die US-Weltraumbehörde NASA von der Mission «Europa Clipper». Das Ziel der in der Planungsphase befindlichen Mission ist die Erforschung von «Europa», einem der Jupiter-Monde. Insbesondere geht es um die Frage, ob der unterirdische Ozean auf dieser eisigen Welt geeignete Bedingungen für die Entstehung von Leben aufweist.

Nun hat die NASA bekannt gegeben, welche Forschungsinstrumente an Bord der Sonde mitreisen werden. Darunter befindet sich das Europa Imaging System (EIS), ein Kamerasystem, welches an der Johns Hopkins University, USA, konzipiert und gebaut werden soll. Mit dabei bei EIS: Nicolas Thomas vom Center for Space and Habitability an der Universität Bern. Er wird einer von nur zwei europäischen Forschenden im Team sein. «Es ist eine grosse Ehre, Teil dieser aufregenden Mission zu sein», sagt Thomas erfreut.

Die NASA will «Europa» mit Hilfe einer strahlungsresistenten Sonde untersuchen. Das Raumschiff soll in einem Orbit um Jupiter kreisen und von dort aus wiederholt in grosser Nähe an «Europa» vorbeifliegen. Während dieser sogenannten Flyby-Manöver wird EIS die eisige Kruste des Mondes erforschen und nach Orten im Eis suchen, wo künftige Missionen einen guten Zugang zum darunterliegenden Wasser hätten – «Europas» Oberfläche bedeckt nach Überzeugung von Forschenden ein riesiges Meer, das doppelt so viel Wasser wie die Ozeane der Erde enthält. Nicolas Thomas: «Wir vermuten, im Ozean des Jupiter-Mondes sind die für die Entstehung von Leben nötigen Elemente vorhanden. Aber natürlich wollen wir vor allem wissen, ob sich dort unten tatsächlich Leben entwickelt hat.»

«Europa Clipper» soll in den frühen 2020ern starten.

27.05.2015