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Wissen schafft Wert: Festakt zum 175-Jahr-Jubiläum der Universität Bern

Am Festakt zu ihrem 175-Jahr-Jubiläum präsentierte die Universität Bern Perlen aus ihrer Vergangenheit, hinterfragte aber auch ihre aktuellen Aufgaben und ihre künftige Ausrichtung. Politikerinnen und Politiker von Bund, Kanton und Stadt zeigten sich stolz auf die Universität und skizzierten ihrerseits Vorstellungen einer Alma Mater der Zukunft.

Die Universität Bern hat heute ihr 175-Jahr-Jubiläum mit einem offiziellen Festakt im Berner Münster gekrönt. Vertreterinnen der nationalen, kantonalen und kommunalen Politik erwiesen der Universität die Ehre und lobten ihre Tätigkeiten als Forschungs- und Bildungsinstitution und ihre Leistungen im Dienst der Allgemeinheit. «Die Universität erbringt wichtige Leistungen für die ganze Bevölkerung», betonte der Berner Regierungspräsident Hans-Jürg Käser und dankte dafür den Dozierenden und Mitarbeitenden der Alma Mater. Der Universität selber bot die Feier Gelegenheit, auf die vergangenen 175 Jahre zurück zu schauen, aber auch über ihre aktuellen zentralen Aufgaben und ihre künftige Ausrichtung nachzudenken.

Grosse Köpfe in der Vergangenheit

Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi erwähnte, die Universität Bern habe in den vergangenen 175 Jahren regelmässig Geschichte geschrieben. Immer wieder sind grosse Köpfe an der Universität ein und aus gegangen: Albert Einstein, der Nobelpreisträger Theodor Kocher – oder John le Carré. Der britische Autor unzähliger Spionageromane, der in den Jahren 1948/49 Student der deutschen Literatur in Bern war, trat am Festakt als besonderer Gast auf. Er ehrte die Universität Bern als Wiege seines Schriftstellerlebens: «In Bern begann ich meine ersten Schritte als Erzähler zu machen.» Die Universität habe ihm Selbstachtung gegeben und seiner Kreativität freien Lauf gelassen.

Autonom in die Zukunft

Freiräume soll auch die Universität selber erhalten – konkret im neuen Universitätsgesetz, über das der Kanton Anfang April informiert hat und das derzeit in der Vernehmlassung ist. Der Regierungsrat wolle darin die Autonomie der Universität stärken, erläuterte Käser: «Die Universität braucht Freiräume, wenn sie erfolgreich sein will.» Diese Autonomie sei einer der wichtigsten Eckpfeiler für die Universität der Zukunft, wie auch Rektor Urs Würgler unterstrich. Freie und kreative Grundlagenforschung bedeute auch, dass sich die Universität nicht bloss von Zahlen leiten lassen dürfe: Rankingpositionen, Absolventenquoten und ECTS-Punkte dürften nicht die Eigenverantwortung und die Kreativität der Forschenden und Studierenden überdecken. Die akademische Freiheit müsse gewährt sein, «damit Universitäten Neues denken und Zukunftsperspektiven aufzeigen können», so der Rektor.

Stark im Technologietransfer

Die Referierenden betonten die grossen Leistungen der Universität Bern im Bereich des Wissens- und Technologietransfers. Allein im vergangenen Jahr wurden in den Bereichen Human- und Tiermedizin sowie Naturwissenschaften fast 400 neue Projekte mit Wirtschaftspartnern initiiert. Hier spiele die Universität gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten als Ort der Innovation eine besonders wichtige Rolle, sagte Regierungspräsident Käser. Die Nationalratspräsidentin fügte an: «Die ökonomische und gesellschaftliche Bedeutung von Wissenschaft und Forschung für die Wertschöpfung und die Wohlfahrt eines Landes wird immer grösser.» Rektor Würgler warnte jedoch davor, die Universität Bern zu einem reinen Dienstleistungsunternehmen zu machen; es gelte vielmehr ihre Grundmission zu stärken: die Grundlagenforschung und die akademische Ausbildung. Das Jubiläumsjahr steht unter dem Motto «Wissen schafft Wert». Auf die nicht-ökonomische, sondern ethische Bedeutung des universitären Mottos verwies in seiner Rede auch Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät – und wünschte Bern eine «starke, selbstbewusste und engagierte Universität».

Mit einem Dank von Rektor Urs Würgler für all die Unterstützung der Universität Bern in den letzten 175 Jahren, besonders an den Trägerkanton Bern, aber auch an alle anderen staatlichen und privaten Partner, die Mitarbeitenden und die Studierenden, ging die Feier zu den Klängen des Alumni Sinfonie-Orchesters im voll gefüllten Münster zu Ende.

06.06.2009